Theater-AG der RS Neuried führt „Freakshow“ auf

In jedem steckt ein Freak!

Die durchgeknallteste Klasse aller Zeiten an der verrücktesten Schule der Welt plant eine Zirkusaufführung unter dem Titel „Freakshow“. Es versteht sich von selbst, dass hier der Name Programm ist.
Die Leitung des Ganzen obliegt dem schüchternen Lehrer Herrn Regen (mit viel Spielfreude Maurits Hilberts, 9a), der das mit den Kunststücken erstens auch nicht kann und zweitens zugibt, dass es kein zweitens gibt. Das kann ja eigentlich gar nichts werden, noch dazu wenn Qosima mit von der Partie ist, denn Qosima hat ein Problem. Als leibhaftige Marionette ist sie bei jedem noch so kleinen Schritt auf Mercura angewiesen, die sie an einem überdimensionalen hölzernen Spielkreuz steuert. Eine Schülerin geht an Fäden - ein starkes Bild, das sich dem Zuschauer unweigerlich tief einprägt, zumal die Marionette von Anna Penner (7c) faszinierend dargestellt wird.
Wie eine Marionette ohne Fäden erscheint Lehramts-Praktikantin Abygale Schuster, überzeugend gespielt von Selina Schäfer (7b), die sich ihrem Praktikantinnenschicksal ergibt, und unermüdlich das tut, was man von ihr verlangt: gehorchen.
Für die Schulklasse gilt es nun nicht nur gegen Widerstände von außen zu kämpfen und zwar in Form der gestrengen Rektorin, die zwar Engel heißt aber das Zeug zum Teufel hat, nein, auch die eigenen sportlichen Grenzen und die persönliche Trägheit müssen überwunden werden. Als Vorbild dient hier Qosima, der es im Laufe des Stücks zunehmend gelingt, ohne ihre Fäden auf eigenen Beinen zu stehen.
Ganz auf eigenen Beinen stand auch die Schülerin Leonie Neuman (7c), die dieses außergewöhnliche Stück mit viel Liebe zum Detail und Hang zu satirischen Elementen selbst verfasst hat. Eine großartige Leistung, auch schauspielerisch. Initiiert und fachlich begleitet wurde die Theatergruppe von der Lehrerin Inga Menke. Luise Müller unterstützte die Schüler als Kunstlehrerin beim Bühnenbild.
Frau Snow - eine Konrektorin wie sie sich Schüler wünschen, souverän dargestellt von Kim Luisa Kremer (8a), scheint übrigens die einzige halbwegs normale Person unter all den Freaks zu sein, wenn man von ihren unkonventionellen Unterrichtsmethoden einmal absieht.
Aber Freaks sind eben vor allem eines: liebenswert unperfekt. Und so sahen auch die Zuschauer dieses Premierenabends über manche Textlücke gerne hinweg. Souffleuse Neli Strobel überbrückte gekonnt und wo das auch nicht mehr half, zeigten die Schauspieler überraschende Fähigkeiten zur spontanen Improvisation.
Wegen ihrer teuflischen Versuche, die geplante Show zu sabotieren landet Rektorin Engel, alias Jil Frisch (6b), schließlich samt Kostüm und Hut in einer engen Kiste und verpasst beinahe die ganze Freakshow. Doch am Ende ist es gerade sie, die Rektorin, die als der wahre Freak wild tanzend allen anderen die (Freak-)Show stiehlt.

R. Narr

 

     

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